Heute sind im Gebiet von Arcegno bei Ascona und Ronco sopra Ascona vier Mühlen bekannt. Um die Jahrhundertwende herum sollen es aber noch mehr gewesen sein. Denn das Tessin früherer Zeiten war ja bekanntlich arm. So wurde, um die Versorgung mit Lebensmitteln auch in den kalten Monaten gewährleisten zu können, ein grosser Teil der Ernten in die Mühlen gebracht: Weizen, Roggen, Mais, Kastanien und Nüsse. Aus dem Getreide, dem Mais und den Kastanien wurden Brotmehl und die Grundlagen für Polenta und Suppen gemahlen, aus den Nüssen wurde Öl gepresst. Viele der Mühlen wurden im Laufe der Jahre zu Grotti oder Wohnhäuser umfunktioniert. Eine dieser Mühlen, die „Mulino del Brumo“ ist ein verborgener Schatz. Nicht nur, weil sie an der Kantonsstrasse zwischen Arcegno und Ronco sopra Ascona versteckt liegt, sondern auch, weil sie vielen bekannten Bewohnern ein Dach über den Kopf bot. Der bekannte Publizist, Fotograf und Kunstmaler Peter P. Riesterer erzählte in seinen „Streifzügen durch das Tessin“ von „russischen Agenten der Revolutionszeit“, die illegal in der Mühle gewohnt haben sollen. 1915 verbrachte der bedeutende Maler und Dichter Richard Seewald mehrere Monate in der „Mulino del Brumo“, bevor er 1925 in Ronco sopra Ascona „ein kleines Häuschen, nicht viel mehr als ein einziger Würfel“ kaufte und ausbaute. Auch der bekannte Schriftsteller Friedrich Glauser bewohnte 1919 die Mühle. Die Briefe an seine Zürcher Freundin Elisabeth von Ruckteschell erzählen von dieser Zeit. 1947 kaufte Heiner Hesse, Sohn des weltbekannten Schriftstellers und Nobelpreisträgers Hermann Hesse, die Mühle und lebte dort bis zu seinem Tod 2003. „Mulino del Brumo“ – ein verborgener Schatz, der nicht käuflich ist und doch kennen wir ihn. Wetag hat viele weitere Juwelen in der Schatztruhe. Überzeugen Sie sich selbst!
Quellen: www.starck.ch
Posted By: Claudia Starck







